Produktivität ist der Schlüssel zum langfristigen Überleben eines Unternehmens. Sie ermöglicht es, mit demselben Aufwand mehr Waren und Dienstleistungen zu erzeugen – und sich so im Wettbewerb zu behaupten.
Die Produktivitätsformel gibt Unternehmen ein verlässliches Werkzeug an die Hand, um Produktivitätssteigerungen zu messen und nachzuverfolgen. Sie hilft dabei, typische Schwachstellen zu erkennen und das Performance-Management gezielt zu verbessern. Das Ergebnis: höhere Produktivität, bessere Rentabilität und nachhaltiges Unternehmenswachstum.
In diesem Artikel schauen wir uns die Produktivitätsformel genauer an. Wir erklären, was dahintersteckt und wie Sie sie nutzen können, um die Produktivität am Arbeitsplatz zu berechnen und die Effizienz in Ihrem Unternehmen spürbar zu steigern.
Was ist die Produktivitätsformel?
Die Produktivitätsformel ist eine einfache Gleichung, die Führungskräfte und Manager zur Messung von Produktivität einsetzen. Sie lässt sich auf einzelne Mitarbeitende, Teams, Abteilungen oder das gesamte Unternehmen anwenden – und sogar auf ganze Volkswirtschaften.
Im unternehmerischen Kontext zeigt die Formel, wie effizient Rohstoffe und Arbeitszeit in nutzbare Waren und Dienstleistungen umgewandelt werden.
Die Formel lautet wie folgt:
Produktivität = Produktionsmenge (Output) / Einsatzmenge (Input)
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Es geht also um das Verhältnis zwischen Input- und Output-Größen. Produktivität lässt sich auf verschiedene Arten messen. Zu den gängigsten KPIs (Key Performance Indicators) für die Produktivität am Arbeitsplatz zählen:
- Umsatz pro Mitarbeiter
- Anzahl produzierter Einheiten
- Ausfallzeiten
- Kundenzufriedenheitswert (CSAT)
- Auslastungsgrad der Belegschaft
- Mitarbeiterfluktuation
- Bruttogewinnmarge, berechnet über eine Deckungsbeitragsformel
Unabhängig davon, welche KPIs Sie im Fokus haben – ein Unternehmen ist produktiver, wenn:
- es mit demselben Input mehr produziert; oder
- es denselben Output mit weniger Input erreicht.
Das verschafft Ihnen einen klaren Wettbewerbsvorteil gegenüber Unternehmen mit geringerer Ausbringungsmenge. Gleichzeitig macht die Formel sichtbar, wie Unternehmen den Output pro eingesetztem Material, Maschine oder Mitarbeiterstunde erhöhen können.
Warum ist die Produktivitätsformel so wichtig?
Die Produktivitätsformel ist aus vielen Gründen unverzichtbar. Sie macht den Umsatzbeitrag einzelner Teams und Mitarbeitender messbar und liefert damit die Grundlage, um zu beurteilen, wie viel Gewinn jede Person, jedes Team und jede Abteilung erwirtschaftet.
Das wiederum zeigt Ihnen, wo im Unternehmen der ROI (Return on Investment) am höchsten ist – und welche Aktivitäten oder Mitarbeitende möglicherweise wenig zur Wertschöpfung beitragen.
Da Produktivität ein direktes Maß für die Unternehmenseffizienz ist, entscheidet sie letztlich darüber, wer sich im Wettbewerb durchsetzt. Wer produktiver arbeitet, kann höhere Gewinne erzielen – sei es durch mehr Umsatz oder durch günstigere Preisgestaltung.
Sinkt die Produktivität hingegen, wird es schwer, profitabel zu wirtschaften. Und wächst sie langsamer als bei der Konkurrenz, leidet das Unternehmen unter stagnierender Entwicklung.
Mit gesteigerter Produktivität hingegen profitieren Unternehmen von:
- Höherer Kundenzufriedenheit
- Besseren Konditionen bei Lieferanten
- Attraktiveren Gehältern für Mitarbeitende
- Besserem Zugang zu Kapital
Das Konzept der Produktivitätsformel wurde erstmals 1911 eingeführt. Der amerikanische Ingenieur und Unternehmensberater Frederick Taylor entwickelte es in seinem Buch „The Principles of Scientific Management“ – und revolutionierte damit die Methoden zur Messung von Arbeitsleistung grundlegend.
In den letzten Jahren hat sich gezeigt, dass sich Produktivität durch das gezielte Verändern bestimmter Variablen aktiv beeinflussen lässt. Die Produktivitätsformel ermöglicht genau das: verschiedene Stellschrauben zu optimieren, um Effizienz und Gewinn zu maximieren – und gleichzeitig Kosten zu senken und Ineffizienz zu eliminieren.
Anwendungsbeispiele der Produktivitätsformel
Hier sind einige praktische Beispiele, wie die Formel zur Berechnung der Produktivität in einem Unternehmen eingesetzt werden kann.
1. Mitarbeiterproduktivität
Eine Führungskraft kann die Produktivität eines Mitarbeitenden berechnen, indem sie den erzielten Umsatz durch die geleisteten Arbeitsstunden in einem bestimmten Zeitraum teilt.
Stellen wir uns folgendes Szenario vor: Eine Mitarbeiterin – nennen wir sie Jennifer – erzielt in einer Woche Verkäufe im Wert von 3.000 € und arbeitet dabei 40 Stunden. Eine zweite Mitarbeiterin – nennen wir sie Jana – erzielt 2.000 € Umsatz und arbeitet nur 20 Stunden. Mit der Produktivitätsformel ergibt sich:
- Jennifers Produktivität: 3.000 € / 40 Std. = 75 €/Stunde
- Janas Produktivität: 2.000 € / 20 Std. = 100 €/Stunde
Wie man sieht, ist Jana produktiver als Jennifer – obwohl sie in der Woche weniger Umsatz generiert hat.
2. Team- oder Abteilungsproduktivität
Die Team- oder Abteilungsproduktivität beschreibt den gemeinsamen Output von zwei oder mehr Personen. Sie lässt sich ermitteln, indem der erzielte Umsatz durch die Gesamtanzahl der geleisteten Arbeitsstunden des Teams für ein Projekt geteilt wird.
Möchte ein Unternehmen die Produktivität verschiedener Abteilungen vergleichen, funktioniert das im Grunde genauso wie in den obigen Beispielen.
Ein Softwareunternehmen könnte die Produktivität seiner Marketingabteilung zum Beispiel so berechnen – basierend auf dem Output des letzten Monats und den geleisteten Mitarbeiterstunden:
- Output: 1.000 generierte Leads
- Gesamte Arbeitsstunden: 500 Stunden
- Abteilungsproduktivität: 1.000 Leads / 500 Stunden = 2 Leads/Stunde
3. Unternehmensproduktivität
Die Unternehmensproduktivität lässt sich auf die gleiche Weise berechnen. So lässt sich feststellen, welche Mitarbeitenden, Teams oder Abteilungen am produktivsten – oder am wenigsten produktiv – sind. Gleichzeitig erhält man eine Formel, um die Gesamteffizienz des Unternehmens beim Einsatz seiner Ressourcen und Materialien zu messen.
Die folgende Abbildung veranschaulicht dieses Konzept noch einmal anschaulich:
Unterm Strich gilt: Jedes Unternehmen – ob remote, hybrid oder vor Ort – kann die Produktivitätsformel nutzen, um Produktivitätsniveaus zu ermitteln und die Effizienz in allen Bereichen zu verbessern.
Allerdings stößt diese einfache Version der Produktivitätsformel als umfassendes Messinstrument schnell an ihre Grenzen. Da Input und Output jeweils nur in einer einzigen Einheit ausgedrückt werden, liefert sie lediglich eine partielle Faktorproduktivität.
Für eine aussagekräftigere Messung müssen mehrere Input- und Output-Größen herangezogen werden, um die Gesamtproduktivität des Unternehmens zu erfassen. Genau hier kommt die Multifaktor-Produktivitätsformel ins Spiel.
Die Multifaktor-Produktivitätsformel
Diese Formel wurde entwickelt, um Führungskräften die abteilungsübergreifende Produktivitätsmessung zu erleichtern. Sie berücksichtigt verschiedene Input- und Output-Alternativen und bildet damit genauer ab, wie sich einzelne Variablen auf die Unternehmensproduktivität auswirken.
Die Multifaktor-Formel misst Produktivität, indem sie den Output mit verschiedenen Inputs vergleicht – darunter das Verhältnis von produzierten Einheiten zu Arbeit, Material und Kapital.
Während die partielle Faktorproduktivitätsformel also nur einen Input berücksichtigt, setzt die Multifaktor-Variante den Gesamtoutput ins Verhältnis zu einer ganzen Reihe von Inputs.
Ein kurzes Beispiel zur Verdeutlichung:
Stellen Sie sich einen Maschinenbauunternehmen vor, der in modernste Fertigungstechnologie investiert, um seine Produktion zu steigern. Wenn diese Maschinen es ermöglichen, die Personalkosten um 50 % zu senken, bleibt der Output zunächst gleich.
Da aber nun weniger Mitarbeitende benötigt werden, steigt die Arbeits- und Kapitalproduktivität des Unternehmens. Gleichzeitig kommt es zu einem Rückgang der Materialproduktivität um 40 % – denn der Output bleibt konstant, während die eingesetzten Materialmengen durch die neuen Maschinen gestiegen sind.
Hindernisse auf dem Weg zu mehr Produktivität
Es gibt viele Faktoren, die einer höheren Produktivität im Unternehmen im Weg stehen können. Dazu gehören unter anderem:
- Schlechtes Zeitmanagement
- Mitarbeitende, die zu viel Zeit mit E-Mails oder der Pflege von Web-Inhalten verbringen
- Zu viele oder ineffiziente Meetings
- Überflüssige oder zeitaufwändige manuelle Prozesse
- Veraltete Technologie
- Viel Betriebsamkeit statt echter Produktivität
Produktivität zu steigern bedeutet oft, Aufgaben zu identifizieren, die Ressourcen verschwenden. Gleichzeitig sollten Alternativen geprüft werden, die Zeit sparen, den Umsatz steigern und sowohl fixe als auch variable Kosten senken. Kurz gesagt: alles, was zu einem produktiveren Arbeitsumfeld beiträgt.
Manchmal gehört dazu auch der Einsatz externer Dienstleister – etwa um Datenschutzerklärungen oder andere rechtliche Dokumente schnell und kosteneffizient zu erstellen.
In anderen Fällen kann es kostengünstiger und zeitsparender sein, einen Registered-Agent-Service für die rechtlichen Aspekte des Geschäftsbetriebs hinzuzuziehen – anstatt alles selbst zu erledigen oder ein ganzes Team bzw. eine eigene Abteilung mit dem notwendigen Fachwissen aufzubauen, um sicherzustellen, dass das Unternehmen und alle verbundenen Einheiten vollständig den gesetzlichen Anforderungen entsprechen.
Viele weitere unproduktive Aufgaben – wie etwa Zeit, die für Content Creation, E-Mail-Korrespondenz mit Kunden, Datenerfassung oder administrative Tätigkeiten aufgewendet wird – lassen sich mit Tools wie Website Buildern, E-Mail-Marketing-Software und ähnlichen Lösungen optimieren und automatisieren.
Es gibt keine universelle Lösung, um die Produktivität in allen Situationen zu steigern. Unterschiedliche Probleme verursachen unterschiedliche Grade an Unproduktivität. Die Ursachen dieser Unproduktivität lassen sich jedoch mithilfe der Produktivitätsformel identifizieren – unabhängig von den jeweiligen Besonderheiten der Situation.
So nutzt man die Formel zur Steigerung der Produktivität
Glücklicherweise lassen sich diese Hindernisse mit einigen einfachen Maßnahmen angehen. Alles, was man dafür tun muss, ist relevante Produktivitätskennzahlen für das eigene Unternehmen zu identifizieren und zu tracken. Das hilft dabei, geeignete Maßnahmen zur Steuerung und Verbesserung der Mitarbeiterproduktivität umzusetzen.
Zum Beispiel erleichtert ein Time-Tracking– oder Performance-Management-Tool die Messung und Steuerung der Produktivität.
Anschließend kann man in den effizienten Einsatz von Technologie und Automatisierung investieren, um Arbeitskosten zu senken und einen Wettbewerbsvorteil zu erzielen, der eine weitere Steigerung der Unternehmensproduktivität ermöglicht.
Bereiche, auf die man sich zur Produktivitätssteigerung konzentrieren kann:
- Technologische Verbesserungen: Diese als Inputs einsetzen, um Outputs zu erzielen, die deren Kosten übersteigen. Mit dem Boom im Bereich Cloud Computing sowie Big-Data-Speicherung und -Analyse helfen beispielsweise AI Contact-Center-Plattformen, die Effizienz in E-Commerce-Umgebungen zu verbessern. Das führt zu besserer Performance, besseren Ergebnissen und höherer Produktivität.
- Technische Effizienz: Die technische Effizienz lässt sich steigern, indem man vorhandene Technologien oder die eigenen Fähigkeiten verbessert, um effizienter zu arbeiten.
- Organisatorische Verbesserungen: Die Produktivität im gesamten Unternehmen lässt sich möglicherweise steigern, indem Teams nach Stärken neu strukturiert werden, um Projekte effizienter abzuschließen. Wie man Routineaufgaben automatisiert und die eigene Produktivität steigert, zeigt das Buch Automate Your Busywork von Jotform-CEO Aytekin Tank.
- Skalierung: Die Produktivität lässt sich durch die Skalierung des Betriebs steigern. Das kann bedeuten, die Mitarbeiterzahl zu erhöhen, neue Geräte anzuschaffen, manuelle Workflows zu automatisieren oder bestimmte Arbeitsbereiche an externe Auftragnehmer auszulagern, statt sie intern abzuwickeln.
Fazit
Ich hoffe, dieser Artikel hat Ihre Fragen dazu beantwortet, was die Produktivitätsformel ist und warum sie so wichtig ist.
AUTORIN/AUTOR:
Ron Stefanski ist Web-Unternehmer und Marketing-Professor mit einer Leidenschaft dafür, Menschen dabei zu helfen, ihr eigenes Online-Business aufzubauen und zu vermarkten. Mehr von ihm erfahren Sie auf OneHourProfessor.com