Remote, hybrid oder Büro – welches Arbeitsmodell passt am besten?
7 Min Lesezeit
Während sich die Welt langsam von den Auswirkungen der Pandemie erholt, fragen sich viele Unternehmen: Welches Arbeitsmodell ist eigentlich das beste? Die klassische Büroarbeit gilt nach wie vor als Standard, Remote Work wird seit Jahren in den höchsten Tönen gelobt, und hybrides Arbeiten ist als Mittelweg entstanden, der beides vereint. Alle drei Modelle haben ihre Berechtigung – und trotzdem ist die Frage, welches davon wirklich das Beste ist, noch immer offen. Welches Modell solltest du wählen, um deine Mitarbeitenden zu begeistern und das Beste aus ihrer Arbeit herauszuholen?
Dieser Artikel hilft dir, die Antwort zu finden.
Lass uns direkt einsteigen.
Büroarbeit
P.S. Michael meint das absolut ernst
Das gute alte Büromodell. In den Zeiten vor Internet und digitaler Revolution ging jeder ins Büro, arbeitete mit Stift, Papier und Festnetztelefon.
Mit der Einführung von Computern hat sich die Büroarbeit zwar verändert – aber verschwunden ist sie nie.
Vorteile der Büroarbeit
Regelmäßiger Austausch mit Kolleginnen und Kollegen
Im Büro zu sein bedeutet automatisch, mit anderen in Kontakt zu treten – ob man will oder nicht. Ob bei der Projektbesprechung oder beim kurzen Plausch in der Küche: Kommunikation passiert einfach. Im Büro begegnet man sich auf dem Flur, beim Kaffeekochen, überall.
Wenn es um die Arbeit geht, lässt sich vieles einfacher klären, wenn alle im selben Raum sind. Man trifft sich kurz im Besprechungsraum, klärt was geklärt werden muss, und geht wieder an den Schreibtisch. Bei weiteren Fragen reicht ein kurzer Gang zum Kollegen. Simpel und effektiv. Im Remote-Kontext fehlt genau das – weshalb Kommunikationstools wie die weit verbreitete WhatsApp Business Platform als Lösung einspringen.
Disziplin
Pünktlich zur Arbeit zu erscheinen und pünktlich Feierabend zu machen – das schult die Disziplin. Der Grund: Man ist an feste Zeiten gebunden. Gleichzeitig entwickelt man ein Gefühl für Verantwortung. Auch wenn niemand explizit kontrolliert, wann man eingestempelt hat – das innere Pflichtgefühl tut es.
Wer morgens Probleme hat aufzustehen, merkt nach einer Weile: Der Körper gewöhnt sich an die Routine und wacht irgendwann ganz von selbst auf – noch vor dem Wecker. Vorausgesetzt natürlich, man geht auch rechtzeitig schlafen.
Teil der Unternehmenskultur sein
Im Büro zu arbeiten bedeutet, Teil der Unternehmenskultur zu sein. Um ein Unternehmen wirklich zu verstehen, kommt man nicht daran vorbei, mittendrin zu sein. Und das ist tatsächlich oft spannender und unterhaltsamer, als es von außen wirkt.
Wer täglich mit dem Team zusammenarbeitet, erlebt die echten Werte, Ziele, Einstellungen und Gewohnheiten hautnah. Egal, wie positiv oder wertorientiert sich ein Unternehmen nach außen präsentiert – man sieht es wirklich nur, wenn man direkt involviert ist. Deshalb ist das ein weiterer starker Vorteil des Büromodells.
Nachteile
Gefühl von Druck und Überwachung
Das Arbeiten im Büro kann manchmal Druck erzeugen. Mitarbeitende fühlen sich mitunter ständig beobachtet – auch wenn das gar nicht der Fall ist. Der Gedanke, dass die Führungskraft jederzeit vorbeikommen könnte, wirkt unterschwellig belastend.
Der tägliche Arbeitsweg
Manche Mitarbeitenden wohnen so weit vom Büro entfernt, dass der Arbeitsweg täglich mehrere Stunden verschlingt. Das kostet nicht nur Zeit, sondern auch Energie – besonders morgens. Wer lange Strecken kennt, weiß genau, wovon die Rede ist. Ob mit dem Auto, der Bahn oder dem Bus: Der Zeit- und Kraftaufwand bleibt ein echtes Problem.
Zu wenig Bewegung, zu viel Sitzen
Im Büro bewegt man sich oft weniger, als es gut wäre – vor allem bei einem Job, der hauptsächlich am Computer stattfindet. Die einzige Bewegung besteht häufig aus dem Weg zur Toilette oder zur Küche. Klar, wer keine Hemmungen hat, kann auch mal eine kurze Übung am Schreibtisch machen – aber mal ehrlich: Die wenigsten tun das wirklich.
REMOTE WORK
Was während der Pandemie als Notlösung begann, gilt heute für viele als echte Alternative zur Büroarbeit. Aber auch Remote Work hat zwei Seiten.
Artwork by the amazing Gemma Correll (Schaut euch wirklich auch ihre anderen Werke an – lohnt sich sehr:)
Vorteile
Mehr Freiheit
Im Remote-Modus genießen Mitarbeitende mehr Freiheit und Eigenverantwortung. Wer von zu Hause arbeitet, ist in seiner gewohnten Umgebung und muss sich weder über das Outfit noch über den Sitzplatz Gedanken machen.
Das gilt auch für die Arbeitsweise selbst. Auch wenn man online und erreichbar ist, fühlt man sich ohne die physische Präsenz von Vorgesetzten oft freier und selbstsicherer. Und keine Sorge: Das wirkt sich keineswegs negativ auf die Leistung aus. Im Gegenteil – manche Mitarbeitenden laufen unter diesen Bedingungen erst richtig zur Hochform auf.
Zeit, Energie und Geld sparen
Remote Mitarbeitende sparen durch den Wegfall des Pendelns erheblich – an Zeit, Energie und Geld. Der Arbeitsweg ist für viele ein echter Zeitfresser, morgens wie abends. Und wer täglich nicht mit dem Auto fahren oder Bus und Bahn bezahlen muss, merkt schnell, wie viel sich da ansammelt.
Wer dort arbeitet, wo er sich am wohlsten fühlt, kann außerdem schneller zwischen verschiedenen Aufgaben wechseln und mehr erledigen.
Mit mehr Energie und Zeit steigt letztendlich auch die Leistung deutlich.
Komfort
Was gibt es Schöneres, als dort zu arbeiten, wo man sich am wohlsten fühlt? Auf dem Sofa, auf dem Boden, auf dem Balkon oder wo auch immer. Wer Haustiere hat, verbringt nebenbei mehr Zeit mit ihnen – und wir wissen alle, wie sehr uns das glücklich macht. Und glückliche Mitarbeitende sind produktive Mitarbeitende.
Nachteile
FOMO
Wer nicht physisch im Büro ist und nicht neben den Kolleginnen und Kollegen sitzt, kann schnell das Gefühl entwickeln, etwas zu verpassen – also klassisches FOMO, fear of missing out. Im Remote-Modell bleibt der Austausch meist auf arbeitsbezogene Themen beschränkt, was dazu führt, dass man sich vom Unternehmensgeschehen ausgeschlossen fühlt.
Selbst wenn alle remote arbeiten und es kaum gemeinsames Büroleben gibt, empfinden viele dieses Gefühl trotzdem. Besonders ausgeprägt ist es aber im hybriden Modell – dazu gleich mehr.
Isolation und nachlassende mentale Gesundheit
Das Gefühl der Isolation entsteht direkt aus dem vorigen Punkt. Wenn menschlicher Kontakt auf ein Minimum reduziert wird – manchmal auf einen ganzen Tag allein im Zimmer mit nur gelegentlichem Chat-Kontakt – fehlt auf Dauer etwas Wesentliches.
Dieser Mangel an sozialer Interaktion kann die mentale Gesundheit langfristig beeinträchtigen und im schlimmsten Fall zu Depressionen oder Angstzuständen führen. Natürlich gilt das nicht für alle – es gibt Menschen, die wenig Kommunikation bevorzugen und remote richtig aufblühen. Aber das Gegenteil scheint häufiger zu sein.
Burnout
Ohne feste Bürozeiten neigen viele Mitarbeitende dazu, deutlich mehr zu arbeiten als sie sollten. Wer von zu Hause arbeitet, macht eben schnell mal nebenbei Mittagspause am Schreibtisch – oder arbeitet einfach weiter, weil die Küche so nah ist. Und am Abend wird aus „noch kurz fertigmachen“ plötzlich mehrere Stunden Überstunden.
Hybrides Arbeiten
Vorteile
Eigenverantwortung und Flexibilität
Was hybrides Arbeiten bei so vielen Mitarbeitenden so beliebt macht, sind genau diese beiden Dinge: Eigenverantwortung und Flexibilität.
Die meisten Menschen kennen bisher nur Büro oder Remote – das hybride Modell bietet das Beste aus beiden Welten. Mitarbeitende können selbst entscheiden, von wo sie arbeiten: im Büro, von zu Hause, in den Bergen (solange es eine Verbindung gibt). Die Möglichkeiten sind nahezu unbegrenzt. Diese Wahlfreiheit gibt ihnen echte Kontrolle über ihren Arbeitsalltag.
Bessere mentale Gesundheit
Die Kontrolle über den eigenen Arbeitstag sorgt für innere Ruhe – und das wirkt sich langfristig positiv auf die mentale Gesundheit aus. Wer nicht an starre Büroregeln gebunden ist, fühlt sich schlicht wohler. Und wenn der Büroalltag mal belastend wird, kann man einfach von zu Hause aus arbeiten. Umgekehrt: Wer sich zu Hause isoliert fühlt, geht ins Büro. Dieses Gleichgewicht macht einen echten Unterschied.
Hybrides Arbeiten bedeutet, dass ein Teil des Teams im Büro ist und ein anderer Teil remote. In solchen Konstellationen steigt die Gefahr von unkoordinierter Kommunikation erheblich. Im Büro wird schnell mal etwas besprochen und entschieden – während die remote Arbeitenden davon erst verspätet oder gar nicht erfahren.
Menschen, die sich im selben Raum befinden, tauschen sich nun mal häufiger aus als Teams, die nur virtuell in Kontakt stehen.
FOMO
Wie bereits im Abschnitt über Remote Work angekündigt: FOMO ist auch beim hybriden Modell ein echtes Thema – und hier sogar besonders berechtigt. Während ein Teil des Teams von zu Hause arbeitet, findet im Büro echtes Unternehmensgeschehen statt. Das trifft vor allem jene, die eigentlich lieber jeden Tag ins Büro kämen, aber aus persönlichen oder finanziellen Gründen auf die hybride Option angewiesen sind.
Ungleiche Chancen
Mitarbeitende, die hauptsächlich remote arbeiten, werden seltener befördert, erhalten weniger Anerkennung und bekommen weniger Boni – schlicht deshalb, weil sie nicht gesehen werden. Wer regelmäßig im Büro ist, gilt als stärker engagiert. Das gilt natürlich nicht für jedes Unternehmen und jede Führungskraft, zeigt aber ein allgemeines Muster, das man nicht ignorieren sollte.
Nach einem Blick auf die Vor- und Nachteile aller drei Arbeitsmodelle zeigt sich: Keines davon ist die eierlegende Wollmilchsau. Auch wenn hybrides Arbeiten wie der goldene Mittelweg wirkt, ist es entscheidend, auf die Bedürfnisse des eigenen Teams und Unternehmens zu hören. Eine Umfrage unter den Mitarbeitenden kann helfen, ein Stimmungsbild zu bekommen. Dann entscheidest du auf Basis echter Präferenzen. Erst wenn ihr ein Modell in der Praxis ausprobiert habt, werdet ihr wissen, ob es wirklich zu euch passt.
Lass diesen Artikel ein Wegweiser sein – auf dem Weg zum Arbeitsmodell, das wirklich zu dir und deinem Team passt.
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