Die Arbeitswelt hat sich durch die rasante Entwicklung von Technologie und den Wandel in der Einstellung zur Arbeit grundlegend verändert. Diese Transformation hat Arbeitnehmer und Arbeitgeber gleichermaßen in ein neues Terrain geführt – das der Remote-Arbeit.
Dieser Wandel bringt für beide Seiten durchaus Vorteile mit sich, wirft aber gleichzeitig eine Reihe von Fragen und Bedenken auf.
Die größte Frage lautet seitdem: „Sind Remote-Mitarbeiter wirklich produktiv?“
Sicher hast du schon von den zahlreichen Studien und Aussagen gehört, in denen Mitarbeiter und renommierte Forscher zu einem ähnlichen Ergebnis kommen: Remote-Mitarbeiter sind produktiver.
Aber stimmt das wirklich? Arbeiten Mitarbeiter im Homeoffice tatsächlich effizienter?
Obwohl die Berufswelt regelrecht mit Behauptungen überschwemmt wird, Remote-Arbeit sei das Beste überhaupt, sind auch kritische Gegenstimmen weit verbreitet.
In diesem Blogbeitrag schauen wir uns alle Facetten der Remote-Produktivität genau an und klären, ob Remote-Arbeit wirklich so effizient ist – oder schlicht überbewertet wird.
Sind Remote-Mitarbeiter produktiver?
Die Vorstellung, dass Homeoffice die produktivste Art zu arbeiten sei, hat in den letzten Jahren stark an Popularität gewonnen. Remote-Arbeit wird oft als eine Art utopisches Arbeitsmodell beschrieben – frei von Büroablenkungen. Und genau das soll angeblich zu mehr Produktivität führen.
Allerdings führt ein bloßer Ortswechsel nicht automatisch zu mehr Leistung. Produktivität hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab.
Nach einiger Recherche bin ich zu dem Schluss gekommen, dass die zwei verbreitetsten Behauptungen zur Remote-Produktivität nicht so wahr sind, wie sie auf den ersten Blick erscheinen.
Hier ist der Grund dafür.
Mythos 1: Remote-Arbeit ist mit Abstand die produktivste Art zu arbeiten.
Warum ist das ein Mythos?
Weil der Arbeitsort nicht der einzige entscheidende Faktor für produktives Arbeiten ist. Genauso wie Remote-Arbeit für manche Menschen das ideale Modell sein kann, funktioniert es für andere schlicht nicht. Manche Menschen blühen in sozialen Umgebungen auf und fühlen sich bei der Remote-Arbeit einsam. Andere lieben Teamarbeit und können ohne direkte persönliche Interaktion nicht produktiv sein.
Deshalb gibt es keine Universallösung – und es wäre falsch anzunehmen, Remote-Arbeit sei eine solche.
Mythos 2: Remote-Arbeit ist die Lösung für ein ablenkungsfreies Arbeitsumfeld.
Ablenkungen gibt es überall – es sei denn, du arbeitest in einem schalldichten Raum, in dem du sogar deinen eigenen Blutkreislauf hören kannst. Ja, das ist tatsächlich möglich.
Auch im Homeoffice lauern jede Menge Ablenkungen. Das Smartphone ist ein klassisches Beispiel. Dazu kommen Videospiele, Familienmitglieder, Besuch, Kinder und Haustiere – oder einfach der Haushalt, der erledigt werden will.
Wenn du also immer noch glaubst, dass Homeoffice automatisch die Produktivität steigert, hast du das Ablenkungsmanagement wahrscheinlich wirklich perfektioniert.
Da wir nun gesehen haben, dass Produktivität nicht ortsgebunden ist, schauen wir uns die wirklichen Einflussfaktoren an.
- Selbstdisziplin
Unabhängig vom Arbeitsort brauchen Menschen starke Selbstdisziplin, um produktiv zu sein. Gerade bei Remote-Arbeit ist ein hohes Maß an Selbstdisziplin notwendig, um außerhalb der gewohnten Bürostruktur fokussiert zu bleiben.
Auch im Büro ist Selbstdisziplin unerlässlich. Wer sie nicht mitbringt, wird früher oder später scheitern – egal wo.
- Kommunikation
Effektive Kommunikationsfähigkeiten sind grundlegend für produktives Arbeiten. Auch wenn sie im Büroalltag besonders offensichtlich erscheinen, sind sie in der Remote-Arbeit genauso wichtig. Ohne die richtigen Kommunikationsansätze und -werkzeuge wird die Zusammenarbeit im Remote-Modus schnell zur Herausforderung. Das Beherrschen von Tools wie etwa das Herunterladen von Loom-Videos kann Teil deines Kommunikations-Toolkits sein – egal ob du im Büro oder von zu Hause aus arbeitest.
Deshalb sind Kommunikationskompetenz und natürlich die richtigen Kommunikationswerkzeuge unverzichtbar – ganz gleich, ob du im Büro oder remote arbeitest.
Also: Sind Mitarbeiter im Homeoffice wirklich produktiver?
Angesichts all dieser Punkte lässt sich sagen: Remote-Arbeit kann produktiv sein, wenn
- du eine klare Routine und hohe Selbstdisziplin hast
- du über ausgeprägte Kommunikationsfähigkeiten verfügst
- du ein Arbeitsumfeld ohne Ablenkungen schaffen kannst
Andernfalls werden auch Remote-Mitarbeiter nicht produktiv sein. Ohne eine ausgewogene Routine und ein ablenkungsfreies Umfeld werden die meisten im Homeoffice ebenfalls nicht erfolgreich sein.
Dennoch bevorzugen immer mehr Mitarbeiter die Remote-Arbeit. Aber warum eigentlich?
Warum bevorzugen Mitarbeiter Remote-Arbeit?
Immer mehr Mitarbeiter geben an, Remote-Arbeit zu lieben. Statistiken zur Remote-Produktivität zeigen, dass die meisten Menschen Zeit beim Pendeln sparen, Work-Life-Balance besser hinbekommen, flexiblere Arbeitszeiten genießen, Geld sparen und vieles mehr.
Viele Menschen verbringen täglich eine bis zwei Stunden mit dem Pendeln. Im Homeoffice dagegen dauert der „Arbeitsweg“ gerade mal fünf Sekunden vom Bett zum Schreibtisch. Die Mittagspause kann mit Familie und Haustieren verbracht werden – und selbst gekochtes, gesundes Essen gibt es als Bonus obendrauf.
Mitarbeiter arbeiten lieber remote, weil sie sich zu Hause wohlfühlen. Und Wohlbefinden ist eine wichtige Voraussetzung für produktives Arbeiten.
Allerdings möchte nicht jeder remote arbeiten. Ein Reddit-Nutzer berichtet, dass vollständige Remote-Arbeit ihn deprimiert – der Grund ist offensichtlich der Mangel an sozialer Interaktion. Zahlen bestätigen das: 53 % der Mitarbeiter finden es schwieriger, mit Kollegen in Kontakt zu bleiben, wenn sie remote arbeiten.
Neben den Vorteilen bringt Remote-Arbeit also auch einige Herausforderungen und Nachteile mit sich.
Was sind die möglichen Nachteile von Homeoffice?
1. Burnout
Einer der größten Nachteile ist das Burnout-Risiko, das durch fehlende soziale Interaktion noch verstärkt wird. 69 % der Remote-Mitarbeiter berichten von einem erhöhten Burnout-Risiko durch digitale Kommunikationsmittel.
2. Zu viele Arbeitsstunden
Manche Mitarbeiter laufen Gefahr, übermäßig viele Stunden zu arbeiten und dadurch auszubrennen. Denn wenn man nicht im Büro ist, gibt es niemanden, der einen durch das Verlassen des Büros daran erinnert, Feierabend zu machen. Wer erst einmal im Flow ist, arbeitet manchmal bis Mitternacht durch.
3. Nachlassende Leistung
Im Homeoffice gibt es keine Kontrolle – es sei denn, das Unternehmen setzt Zeiterfassungstools zur Überwachung der Remote-Produktivität ein. Eine Umfrage mit mehr als 2.500 Teilnehmern belegt, dass Mitarbeiter im Homeoffice tatsächlich weniger leisten.
Genau deshalb wollen viele Führungskräfte ihre Remote-Teams zurück ins Büro holen. Ein BBC-Artikel stellt fest, dass der Hauptgrund ihr Bedürfnis nach Kontrolle ist. Im Remote-Modus fühlen sich viele Manager weniger in der Lage, ihr Team im Blick zu behalten. Tatsächlich bevorzugen deutlich mehr Manager Büroarbeit als Mitarbeiter – laut demselben Artikel gaben über 70 % der amerikanischen Manager an, dass sie ihre Mitarbeiter lieber wieder im Büro sehen würden.
4. Cybersicherheit
Vor allem Führungskräfte machen sich Sorgen um die Datensicherheit bei Remote-Arbeit. Laut einem Forbes-Artikel betrachten 73 % der Führungskräfte Cybersicherheit als erhebliches Risiko im Remote-Betrieb. Diese Sorge ist durchaus berechtigt, denn Remote-Arbeit bedeutet oft, dass Mitarbeiter private Geräte nutzen, auf denen Unternehmensdaten gespeichert werden. Wenn das Unternehmen eigene Geräte zur Verfügung stellen kann, ist das natürlich ideal – ansonsten ist das Risiko von Datenlecks erheblich.
Wie macht man Remote-Arbeit produktiv?
Es gibt viele Ansätze. Schauen wir sie uns im Detail an.
1. Unterstützung bieten
Steh deinen Mitarbeitern in jeder Situation zur Seite und vermittle ihnen, dass sie sich auf dich verlassen können. Nichts stärkt das Vertrauen mehr als gegenseitige Unterstützung im Arbeitsumfeld. Diese Unterstützung kann viele Formen annehmen – von gezielten Schulungsangeboten bis hin zu einem offenen Ohr für Anliegen.
2. Teambuilding fördern
Teambuilding ist nicht nur im Büro wichtig, sondern gerade auch in der Remote-Arbeit unverzichtbar. Es stärkt die Unternehmenskultur und die Verbindungen zwischen den Kollegen. Wer vollständig remote arbeitet, fühlt sich schnell isoliert – deshalb ist es essenziell, den Mitarbeitern zu helfen, zumindest mit ihren Arbeitskollegen in Kontakt zu bleiben.
3. Work-Life-Balance aktiv fördern
Wie bereits erwähnt, ist Burnout ein ernstes Problem für Remote-Mitarbeiter. Manche verlieren das Zeitgefühl und arbeiten weit über die reguläre Arbeitszeit hinaus. Die Folge: Sie brennen aus, und nicht nur die Arbeit, sondern auch ihr Privatleben leidet darunter.
Deshalb sollten Führungskräfte die Work-Life-Balance aktiv fördern – zum Beispiel durch regelmäßige Check-ins zum Wohlbefinden der Mitarbeiter und durch den Einsatz von Tools, die dabei helfen, Balance zu halten.
Fazit
Zusammenfassend lässt sich sagen: Remote-Mitarbeiter können produktiv sein – aber nicht zwangsläufig immer. Wie bei jeder anderen Arbeitsform braucht es auch beim Remote-Arbeiten eine etablierte Routine und Selbstdisziplin, um wirklich gute Ergebnisse zu liefern.
Remote-Arbeit bietet viele Vorteile, bringt aber auch echte Herausforderungen mit sich. Und genau diese Herausforderungen können die Produktivität ausbremsen. Deshalb gilt es, diese Hindernisse zuerst anzugehen und die eigenen Remote-Mitarbeiter gezielt zur Höchstleistung zu führen.
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